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Erzählungen aus meinen Erlebnissen bei WOGRA

Unternehmensgründung

Man sagt ja zur erfolgreichen Unternehmensgründung gehört auch viel Glück. Im nachhinein kann ich das voll unterschreiben.

Im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit war ich ein Einzelkämpfer und habe sher ordnetlich Geld verdient. Vielmehr als ich in den Jahren danach als geschäftsführer. Weshalb ich trotzdem diesen Weg wählte ist einen eigenen Beitrag wert, der bald folgen wird.

Ausgangssituation:

Ich hatte recht viel Geld aus meinem ersten Jahr übrig, ich hatte einen laufenden Auftrag und ich schrieb mir ein Konzept mit Fallbackplan wie ich das Unternehmen aufbauen könnte ohne meine private Existenz großartig zu gefährden. Ich hatte keine Ahnung wie man ein Unternehmen aufbaut, hatte keine Kontakte, außer dem laufenden Auftrag und bis auf mir niemanden, der an meine Idee glaubte. Als Projektleiter habe ich gelernt welcher Umgang mit Kollegen notwendig ist um Projekte erfolgreich durchzuführen. Aber ich hatte noch kein Team.

Und los gings:

Im Dezember schrieb ich ein Konzept mit Fallbackseznarien um das Unternehmen aufzubauen. In diesem Konzept ging es neben den finanziellen Planungen auch darum, wie ich wollte das sich Mitarbeiter im Unternehmen fühlen sollen. Ich war von Beginn an ein Verfechter der mitarbeiterzentrierten Führung, obwohl mir dieser Begriff erst viel später über den Weg lief ;-).

Im Januar 2010 nahm ich die Gewinne, die ich nicht zum Leben brauchte und machte aus der UG(haftungsbeschränkt) ein vollwertige GmbH, da ich glaubte, dass ich als UG nicht das Standing haben würde um erfoglreich ein Unternehmen mit Mitarbeitern zu gründen

Denn ein Büro und Mitarbeiter kosten erst einmal Geld und man muss in Vorleistung gehen. Ich reduzierte also mein Gehalt auf die Hälfte als ich vorher als “Freelancer” verdient habe, mietete Büroräume und stellte die erste Bürokraft ein. Ein sicherer Auftrag er noch aus meiner freiberuflichen Tätigkeit fortlief sicherte die Finanzierung und so ging es los.

Im April hatte ich meine Teamassistentin an Board und ein Team das aus mir Bestand. Zusammen haben wir das Büro eingerichtet und Schreibtische für 5 Mitarbeiter gekauft. Natürlich durften auch Whiteboards, Besprechungstische, eine Küche und der Empfangsbereich nicht fehlen. Die IT dagegen Bestand aus 2 Notebooks(mehr braucht man auch zu zweit nicht).

Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung wie ich es anfangen sollte, und das berühmte Henne-Ei Problem. Soll ich zuerst jemanden einstellen und dann einen Auftrag für ihn suchen, oder soll ich erst Aufträge suchen und dann jemand einstellen, der sie abarbeiten kann?

Ich entschied mich für die erste Variante. Und begann meine Suche nach einem passenden Kollegen im Juni. Den ersten Mitarbeiter zu finden war schwierig und wird in einem eigenen Beitrag beschrieben und gehe nicht wieter darauf ein.

Gefunden habe ich den Kollegen im Juli und wir vereinbarten einen Arbeitsbeginn im September, so dass ich in der Lage bin bis dahin einen Auftrag zu akquirieren.

Ich hatte auf jeden Fall Glück und konnte bei meinem damaligen Auftraggeber eine Notsituation  ausnutzen, die benötigten die UNterstützung allerdings schon im August. Ein paar Mails mit meinem Kollegen sorgten dafür, dass er bereits einen Monat früher anfing und ich konnte ihn dort platzieren und wir machten den ersten Umsatz zu zweit. Kurz darauf wartete die erste große Projektherausforderung auf uns, die wir dann mit externer Unterstützung angenommen haben.

Das Büro war plötzlich voll und wir arbeiteten am Projekt. Bis mein Kollege mir eröffnete, dass er einen anderen Job gefunden hat und bei mir bis Anfang November kündigte. Ein Rückschlag, der auch das laufende Projekt gefährdete und mich zu raschem Handeln zwang. Da ich keine Alternativen hatte, wählte ich wieder den Weg über das Arbeitsamt als Stellenvermittler und ich fand einen wesentlich besser aber auch teureren Mitarbeiter für unser Unternehmen. Ein bißchen verrückt, aber ein ausgezeichneter Programmierer schloss sich uns an und wir hatten das Projekt wieder im Griff und ein erfolgreiches erstes Jahr mit einem für damalige Verhältnisse ordentlichen Gewinn abgeschlossen.

Selbstkritisch und im nachhinein betrachtet würde ich es niemals mehr so tun, wie ich es damals getan habe. Hätte ich nicht das Glück gehabt auf eine Notsituation bei meinem damaligen Auftraggeber zu stoßen, wäre die Situation sehr viel schwieriger gewesen. Damals hatte ich noch keine Kontakte und wenn das nicht geklappt hätte, wäre das Ende von WOGA sehr schnell gekommen. Auch die Kündigung meines erstens Mitarbeiters war ein Glücksfall, denn in der Zeit in der ich mit ihm zusammenarbeitete stellte sich schnell heraus, dass er meine Erwartungen nicht im Ansatz erfüllte. Sein Nachfolger dagegen ist bis heute noch für uns tätig und war die erhoffte Verstärkung und konnte auch leicht in anderen Projekten untergebracht werden.

Fortsetzung folgt.